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Vielseitiger Einsatz und viele Möglichkeiten in großen Höhen: Der Industriekletterer
Bild: Jan Mallander / Pixabay

Vielseitiger Einsatz und viele Möglichkeiten in großen Höhen: Der Industriekletterer

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Industriekletterer sind spezialisierte Fachkräfte, die schwer zugängliche Bereiche an Bauwerken und Anlagen inspizieren, warten, reparieren oder montieren. Sie nutzen Seilzugangstechniken, die aus dem alpinen Bergsteigen adaptiert wurden, um effizient und sicher in der Höhe zu arbeiten. Im Vergleich zu traditionellen Methoden wie Gerüsten oder Hebebühnen bieten Industriekletterer oft eine flexiblere, schnellere und kostengünstigere Lösung. Ihre Einsatzgebiete sind vielfältig und reichen von der Reparatur von Sturmschäden über die Montage von Werbeanlagen bis hin zur Inspektion von Windkraftanlagen.

Wissenswerte Fakten über Industriekletterer

  1. Kein Ausbildungsberuf: Industriekletterer ist kein anerkannter Ausbildungsberuf in Deutschland. Die Qualifikation erfolgt in der Regel durch Fortbildungen und Zertifizierungen nach den Richtlinien von Fachverbänden wie der FISAT (Industrie- und Seilzugangstechnik) oder IRATA (Industrial Rope Access Trade Association). Laut Recherchen des Bau.de-Teams ist dies ein wesentlicher Unterschied zu anderen Handwerksberufen.
  2. Qualifizierungsvoraussetzungen: Oftmals verfügen Industriekletterer über eine abgeschlossene handwerkliche oder technische Ausbildung, beispielsweise als Dachdecker, Elektriker oder Schlosser. Diese Grundlage wird dann durch eine spezielle Ausbildung in Seilzugangstechnik ergänzt.
  3. Teamarbeit: Arbeiten in der Höhe werden grundsätzlich im Team durchgeführt. Mindestens zwei Industriekletterer bilden eine Einheit, um im Notfall gegenseitige Hilfe leisten zu können. Dies ist in den Sicherheitsrichtlinien der Berufsgenossenschaften festgelegt.
  4. Sicherheitsausrüstung: Industriekletterer verwenden eine umfassende persönliche Schutzausrüstung (PSA), die aus Auffanggurt, Helm, Verbindungsmittel, Seilklemmen und verschiedenen Seilen besteht. Die PSA muss regelmäßig geprüft und gewartet werden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Einhaltung der EN-Normen ist dabei essentiell.
  5. Kostenersparnis: Der Einsatz von Industriekletterern kann im Vergleich zum Gerüstbau kostengünstiger sein, insbesondere bei kurzfristigen oder schwer zugänglichen Reparaturen. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik können die Kostenersparnisse bis zu 40 % betragen, da Montage- und Demontagezeiten entfallen.
  6. Einsatzgebiete: Die Einsatzgebiete von Industriekletterern sind vielfältig und umfassen unter anderem die Montage und Wartung von Windkraftanlagen, die Inspektion und Reparatur von Fassaden, die Reinigung von Glasflächen in großen Höhen, die Installation von Blitzschutzanlagen und die Beseitigung von Sturmschäden.
  7. Schnelle Reaktionszeit: Industriekletterer können oft kurzfristiger eingesetzt werden als Gerüstbauer, was besonders bei dringenden Reparaturen oder Notfällen von Vorteil ist. Dies ermöglicht eine schnellere Schadensbehebung und minimiert Folgeschäden.
  8. Flexibilität: Durch die Seilzugangstechnik können auch schwer zugängliche Bereiche erreicht werden, die mit herkömmlichen Methoden nur schwer oder gar nicht erreichbar wären. Dies ermöglicht eine flexible und effiziente Arbeitsweise.
  9. Normen und Richtlinien: Die Arbeiten von Industriekletterern unterliegen strengen Sicherheitsnormen und Richtlinien, die von den Berufsgenossenschaften und Fachverbänden vorgegeben werden. Dazu gehören unter anderem die DIN EN 363 (Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz) und die DGUV Regel 112-198 (Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz).
  10. Marktvolumen: Der Markt für Industriekletterdienste ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, da immer mehr Unternehmen die Vorteile dieser Technik erkennen. Schätzungen von Branchenexperten zufolge liegt das jährliche Marktvolumen in Deutschland im dreistelligen Millionenbereich.
  11. Herausforderungen: Industriekletterer sind verschiedenen Herausforderungen ausgesetzt, wie beispielsweise extremen Wetterbedingungen, engen Platzverhältnissen oder dem Arbeiten in großer Höhe. Eine gute körperliche Verfassung und psychische Belastbarkeit sind daher wichtige Voraussetzungen.
  12. Fortbildung: Regelmäßige Fortbildungen und Schulungen sind für Industriekletterer unerlässlich, um ihr Wissen und ihre Fähigkeiten auf dem neuesten Stand zu halten. Dazu gehören unter anderem Schulungen zu neuen Techniken, Sicherheitsvorschriften und Rettungsmethoden.
  13. Unfallrisiko: Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen besteht bei Arbeiten in der Höhe immer ein gewisses Unfallrisiko. Eine sorgfältige Planung, eine gründliche Vorbereitung und die Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften sind daher von entscheidender Bedeutung. Laut Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ereignen sich die meisten Unfälle aufgrund von menschlichem Versagen oder mangelnder Kommunikation.
  14. Vergütung: Die Vergütung von Industriekletterern variiert je nach Qualifikation, Erfahrung und Einsatzgebiet. Laut Recherchen von Lohnanalyseportalen liegt das durchschnittliche Bruttojahresgehalt zwischen 35.000 und 55.000 Euro.
  15. Zertifizierungen: Es gibt verschiedene Zertifizierungen für Industriekletterer, die von unterschiedlichen Organisationen angeboten werden. Die bekanntesten sind die Zertifizierungen nach FISAT und IRATA. Diese Zertifizierungen bestätigen die Qualifikation und Kompetenz der Industriekletterer und sind oft Voraussetzung für die Ausübung bestimmter Tätigkeiten.

Mythen vs. Fakten über Industriekletterer

  • Mythos: Industrieklettern ist nur etwas für junge, unerschrockene Draufgänger. Fakt: Industrieklettern erfordert eine fundierte Ausbildung, Erfahrung und die Einhaltung strenger Sicherheitsvorschriften. Es ist ein anspruchsvoller Beruf, der sowohl körperliche als auch geistige Fähigkeiten erfordert, aber nicht zwingend ein junges Alter voraussetzt.
  • Mythos: Industriekletterer sind unversichert, weil sie riskante Arbeiten ausführen. Fakt: Industriekletterer sind über ihre Arbeitgeber bei den Berufsgenossenschaften versichert. Die Berufsgenossenschaften legen zudem hohe Sicherheitsstandards fest, die eingehalten werden müssen.
  • Mythos: Industrieklettern ist immer die günstigste Lösung für Arbeiten in der Höhe. Fakt: Obwohl Industrieklettern oft kostengünstiger ist als der Gerüstbau, hängt die Wirtschaftlichkeit von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise der Dauer der Arbeiten, der Zugänglichkeit des Arbeitsbereichs und den spezifischen Anforderungen des Projekts.
  • Mythos: Industriekletterer können jede Art von Arbeit in der Höhe ausführen. Fakt: Industriekletterer sind auf bestimmte Tätigkeiten spezialisiert, die mit Seilzugangstechnik durchgeführt werden können. Nicht alle Arbeiten in der Höhe sind für diese Technik geeignet.
  • Mythos: Industrieklettern ist eine unregulierte Branche. Fakt: Die Arbeit von Industriekletterern unterliegt strengen Normen, Richtlinien und Sicherheitsvorschriften, die von den Berufsgenossenschaften und Fachverbänden vorgegeben werden.

Quellenliste

  • FISAT e.V. (Fach- und Interessenverband für seilunterstützte Arbeitstechniken): www.fisat.de (2023)
  • IRATA International (Industrial Rope Access Trade Association): www.irata.org (2023)
  • DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung): www.dguv.de (2023)
  • Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP: www.ibp.fraunhofer.de (2023)
  • DIN EN 363 (Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz) (Aktuelle Fassung)

Kurz-Fazit

Industriekletterer sind spezialisierte Fachkräfte, die durch ihre Flexibilität und Effizienz eine wertvolle Alternative zu traditionellen Methoden bei Arbeiten in der Höhe darstellen. Ihre Qualifikation, die Einhaltung strenger Sicherheitsvorschriften und die stetige Weiterbildung sind entscheidend für die sichere Ausübung ihrer Tätigkeiten. Der Markt für Industriekletterdienste wächst stetig, da immer mehr Unternehmen die Vorteile dieser Technik erkennen.

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Die folgenden Fragen helfen Ihnen, die genannten Fakten eigenständig zu verifizieren und auf Ihre konkrete Situation anzuwenden. Nutzen Sie offizielle Quellen wie BAFA, KfW, Fraunhofer-Institute oder staatliche Statistiken.

Faktenübersicht
Aussage Quelle Jahreszahl
Kein Ausbildungsberuf: Industriekletterer ist kein anerkannter Ausbildungsberuf, Qualifikation durch Fortbildung. FISAT, IRATA 2023
Teamarbeit erforderlich: Arbeiten werden im Team von mindestens zwei Industriekletterern durchgeführt. DGUV Regel 112-198 Aktuell
Kosteneffizienz: Industrieklettern kann im Vergleich zu Gerüstbau kostengünstiger sein. Fraunhofer-Institut für Bauphysik 2023 (Schätzung)
Vielfältige Einsatzgebiete: Montage, Wartung, Inspektion, Reparatur in großer Höhe. Branchenangaben 2023
Strenge Sicherheitsnormen: Arbeiten unterliegen Normen wie DIN EN 363. DIN EN Aktuell

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